Export

Indikatoren zum Thema »Dienstleistungen«

Aussage

Die Höhe der Exportquote gibt Auskunft darüber, wie groß die Bedeutung ausländischer Märkte für die einheimische Wirtschaft ist. Sie kann auch als Gradmesser für die Offenheit einer Volkswirtschaft interpretiert werden.

Die Exportquote ist aber nicht als der ins Ausland gehende Anteil der einheimischen Wertschöpfung zu verstehen. Denn zum einen bestehen die Exporte zum Teil auch aus importierten Vorprodukten, auf der anderen Seite bleiben Dienstleistungsexporte unberücksichtigt.

Ergebnisse

Baden-Württemberg ist traditionell ein Standort von Industrien mit hoher Exportneigung (insbesondere des Fahrzeugbaus und des Maschinenbaus) und liegt deshalb auch mit seiner Exportquote über dem Durchschnitt der Bundesländer. Historisch bedingt sind die Exportquoten der neuen Bundesländer niedriger, auch wenn die Exporte dort seit einigen Jahren schneller wachsen als im restlichen Deutschland. Länder mit einem großen Dienstleistungssektor (z.B. Hessen als Standort vieler Banken und Versicherungen) haben eine tendenziell niedrigere Exportquote, da nur Güterexporte in die Außenhandelsstatistik eingehen.

Da der Handel global tendenziell schneller wächst als die Wirtschaftsleistung ist eine steigende Exportquote der Normalfall. 1970 lag sie in Baden-Württemberg bei 21 %, 1980 bei 24 und 1989 bei 29 %. Zwischen 1990 und 1993 nahm die Exportquote auf 23 % ab, da mit der Wiedervereinigung der deutsche Binnenmarkt wieder an Bedeutung gewann. Seit Mitte der 1990er-Jahre hat der Außenhandel aber wieder deutlich an Fahrt aufgenommen. Nachdem die baden-württembergische Exportquote über 34 % im Jahr 2000 bis 2007 auf fast 42 % angestiegen war, folgte im Zuge der weltweiten Wirtschaftkrise ein jäher Einbruch auf 36 % im Jahr 2009. Die kräftige Wiederbelebung des Wirtschaftsgeschehens und vor allem des Außenhandels ließ die Exportquote danach auf breiter Front wieder ansteigen. In Baden-Württemberg entsprach sie 2012 mit 45 % nahezu dem Vorjahresniveau.

Schaubild: Exportquote in Deutschland nach Bundesländern

Exporte in Deutschland 2012 nach Bundesländern1)
BundeslandExporteBruttoinlands­produkt (BIP)QuotientenExportwachstumsraten
Export­quoteExport pro EinwohnerVeränderung zu 2011jährliches Wachstum
seit 2002
Mill. EuroProzentEuroProzent

1) Export: endgültige Ergebnisse; BIP in jeweiligen Preisen: Revision, Berechnungsstand Februar 2013; Einwohner: Stand 30.06.2012 nach Zensus.

2) Die Summe der Exporte der Bundesländer ist deutlich niedriger als der Wert der Exporte Deutschlands. Die Differenz ergibt sich aus Waren ausländischen Ursprungs, Rückwaren und Waren mit nicht ermittelten Ursprungsbundesländern.

Baden-Württemberg175.104389.49345,016.6111,95,4
Bayern164.588465.50235,413.1922,94,9
Berlin13.631103.60413,24.0754,94,0
Brandenburg13.31657.77423,05.434−1,411,2
Bremen17.85827.69364,527.38517,05,8
Hamburg50.81395.81553,029.46820,88,8
Hessen55.059229.74724,09.172−0,65,3
Mecklenburg-Vorpommern6.15636.88516,73.841−14,610,5
Niedersachsen78.891230.02134,310.1344,64,9
Nordrhein-Westfalen180.815582.05431,110.3072,54,2
Rheinland-Pfalz46.297117.65939,311.6063,25,7
Saarland14.77831.70946,614.8420,14,6
Sachsen31.82896.60832,97.8668,28,6
Sachsen-Anhalt14.80652.81028,06.5330,611,7
Schleswig-Holstein18.82577.27524,46.7142,94,8
Thüringen12.61349.25025,65.799−0,19,5
Ländersumme895.3762.643.89933,911.1373,55,4
Deutschland2)1.095.7662.643.90041,413.6293,35,3
alte Bundesländer816.6582.350.57234,712.0353,75,1
neue Bundesländer78.718293.32726,86.2771,69,9
Definition / Berechnung
Wert der Exporte in EUR / Bruttoinlandsprodukt in jeweiligen Preisen in EUR × 100
Datenquelle
Außenhandelsstatistik, Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder.
Länderergebnisse: Statistisches Bundesamt.
Mögliche regionale Gliederung
Land
Berechnungsstand
2013
Periodizität
Jährlich
Nächste Aktualisierung
April 2014

13. 11. 2013


© Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart, 2013 | ^