Übernachtungsdichte

Indikatoren zum Thema »Fläche, Bevölkerung«

Übernachtungen je 1 000 Einwohner (Übernachtungsdichte)

Aussage

Die Übernachtungsdichte ist ein Gradmesser für die quantitative Bedeutung des Tourismus in einer Region. Je mehr Übernachtungen in Relation zur ortsansässigen Bevölkerung gebucht werden, umso höher wird tendenziell der Anteil touristisch induzierter Arbeitsplätze sein. Die Einnahmen aus dem Tourismus, die sich in der Regel nicht nur auf das Beherbergungsgewerbe beschränken, sondern auch auf andere Branchen wie das Gaststättengewerbe, den Einzelhandel oder verschiedene Dienstleistungsanbieter ausstrahlen, dienen damit zur Sicherung der Arbeitsplätze und zur Erhaltung und Stärkung der regionalen Wirtschaftskraft. Da die Übernachtungen nur in Beherbergungsbetrieben ab zehn Betten oder Stellplätzen erfasst werden, bleibt ein Teil der tatsächliche Gästeübernachtungen (z.B. in Kleinbetrieben oder auch bei Verwandten oder Bekannten) ebenso unberücksichtigt wie der Tagestourismus. Insofern kann die tatsächliche wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus im Einzelfall höher oder auch niedriger sein als nach der Übernachtungsdichte zu vermuten.

Ergebnisse

Obwohl Baden-Württemberg bei der absoluten Übernachtungszahl seit Jahren hinter Bayern den zweiten Rang einnimmt, rangiert es als bevölkerungsreiches Land bei der Übernachtungsdichte im Mittelfeld der Bundesländer noch unterhalb des Bundesdurchschnitts. Mit Abstand an der Spitze steht dagegen das flächenmäßig relativ große, aber bevölkerungsarme Küstenland Mecklenburg-Vorpommern, gefolgt vom ähnlich strukturierten Nachbarn Schleswig-Holstein.

Generell treten sehr hohe Übernachtungsdichten insbesondere in landschaftlich attraktiven, aber dünn besiedelten Regionen auf. Dies trifft innerhalb Baden-Württembergs auch auf den führenden Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald sowie den auf Rang drei platzierten Landkreis Freudenstadt zu. Durch den in den letzten Jahren zu beobachtenden Trend zum Städtetourismus haben sich unter den Bundesländern aber mit Berlin und Hamburg auch zwei völlig abweichend strukturierte Stadtstaaten relativ weit in der Rangliste vorgearbeitet. Auch innerhalb Baden-Württembergs liegt der traditionell touristisch orientierte Stadtkreis Baden-Baden unter den Kreisen bei der Übernachtungsdichte sogar an zweiter Stelle, und auch die Stadtkreise Heidelberg und Freiburg sowie Stuttgart weisen zum Teil noch deutlich überdurchschnittliche Werte auf.

Schaubild: Übernachtungsdichte in Baden-Württemberg nach Kreisen

Übernachtungsdichte in Baden-Württemberg 2013 nach Stadt- und Landkreisen
Stadtkreis (SKR)
Landkreis (LKR)
Kreis
Land
ÜbernachtungsdichteÜbernachtungenBevölkerung 31.12.2011
1.000
Stuttgart (SKR)5.3533.200598
Böblingen (LKR)2.644971367
Esslingen (LKR)2.6251.335509
Göppingen (LKR)2.072514248
Ludwigsburg (LKR)1.809935517
Rems-Murr-Kreis (LKR)1.657678409
Heilbronn (SKR)2.382280118
Heilbronn (LKR)3.4971.135325
Hohenlohekreis (LKR)3.470373107
Schwäbisch Hall (LKR)2.789521187
Main-Tauber-Kreis (LKR)6.679867130
Heidenheim (LKR)1.709218128
Ostalbkreis (LKR)2.324712306
Baden-Baden (SKR)16.87588753
Karlsruhe (SKR)3.4601.024296
Karlsruhe (LKR)1.953834427
Rastatt (LKR)2.531563222
Heidelberg (SKR)7.9601.197150
Mannheim (SKR)3.9041.150295
Neckar-Odenwald-Kreis (LKR)3.393481142
Rhein-Neckar-Kreis (LKR)2.5011.319527
Pforzheim (SKR)1.954227116
Calw (LKR)8.5141.283151
Enzkreis (LKR)1.099211192
Freudenstadt (LKR)14.7091.692115
Freiburg im Breisgau (SKR)6.3641.388218
Breisgau Hochschwarzwald (LKR)18.4974.582248
Emmendingen (LKR)3.824602157
Ortenaukreis (LKR)8.0893.330412
Rottweil (LKR)2.171294136
Schwarzwald-Baar-Kreis (LKR)7.7501.585205
Tuttlingen (LKR)1.638217132
Konstanz (LKR)7.4162.007271
Lörrach (LKR)5.4291.198221
Waldshut (LKR)8.6071.409164
Reutlingen (LKR)3.7381.027275
Tübingen (LKR)1.731372215
Zollernalbkreis (LKR)1.620299185
Ulm (SKR)4.374516118
Alb-Donau-Kreis (LKR)2.651496187
Biberach (LKR)3.711697188
Bodenseekreis (LKR)13.9392.869206
Ravensburg (LKR)6.1081.664272
Sigmaringen (LKR)4.679595127
Baden-Württemberg4.51847.75610.569

Schaubild: Übernachtungsdichte in Baden-Württemberg nach Bundesländern

Übernachtungen und Übernachtungsdichte in Deutschland 2013 nach Bundesländern
BundeslandÜbernachtungen Bevölkerung 31.12.2012Übernachtungsdichte
Anzahl1.000Übernachtungen je 1.000 Einwohner
Baden-Württemberg47.755.53110.569.1114.518
Bayern84.159.41012.519.5716.722
Berlin26.942.0823.375.2227.982
Brandenburg11.520.4412.449.5114.703
Bremen2.061.121654.7743.148
Hamburg11.603.1351.734.2726.690
Hessen30.320.8086.016.4815.040
Mecklenburg-Vorpommern28.157.4321.600.32717.595
Niedersachsen39.811.7457.778.9955.118
Nordrhein-Westfalen46.141.38417.554.3292.628
Rheinland-Pfalz20.976.0453.990.2785.257
Saarland2.572.099994.2872.587
Sachsen18.285.2594.050.2044.515
Sachsen-Anhalt7.130.8462.259.3933.156
Schleswig-Holstein24.806.2202.806.5318.839
Thüringen9.535.3742.170.4604.393
Deutschland411.778.93280.523.7465.114
Definition / Berechnung
Anzahl der Übernachtungen im Jahr / (Wohnbevölkerung am Ende des Vorjahres / 1.000)
Berücksichtigt werden nur Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben ab zehn Betten oder Stellplätzen.
Datenquelle
Monatserhebung im Tourismus, Bevölkerungsfortschreibung
Mögliche regionale Gliederung
Land, Region, Regierungsbezirk, Kreis
Berechnungsstand
2013
Periodizität
Jährlich
Nächste Aktualisierung
März 2015

24. 4. 2014


© Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart, 2014 | ^