Investitionsintensität im Verarbeitenden Gewerbe

Indikatoren zum Thema »Industrie, Handwerk, Bauen und Wohnen«

Investitionsintensität im Verarbeitenden Gewerbe

Aussage

Investitionen stellen eine wichtige Größe für die Beobachtung der wirtschaftlichen Entwicklung sowie der Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft dar. Investitionen von Unternehmen/Betrieben des Verarbeitenden Gewerbes führen auf der Angebotsseite zur Erhaltung, Ausweitung oder Verbesserung des Produktionspotentials. Auf der Nachfrageseite wirken sich Investitionen positiv auf Beschäftigung und Einkommen aus. Die Investitionsintensität, die sich aus dem Verhältnis zwischen Investitionen und Beschäftigten berechnet, wird als Indikator für Produkt- und Verfahrensinnovationen und damit als Anhaltspunkt für die Entwicklung des Kapitaleinsatzes verstanden.

Schaubild: Investitionsintensität im Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland 2012 nach Bundesländern

Ergebnisse

Investitionen sind besonders konjunkturreagibel, so dass deren Entwicklung in hohem Maße von zyklischen Einflüssen geprägt und damit starken Schwankungen unterworfen ist. Insgesamt war in der ersten Hälfte des letzten Jahrzehnts eine im Trend rückläufige Entwicklung der Investitionsintensität der Industriebetriebe in Baden-Württemberg zu beobachten, die 2005 ihren Tiefpunkt mit 6 655 Euro erreichte. Danach stieg die Investitionsintensität bis auf einen neuen Höchststand von 9 225 Euro je Beschäftigten im Rekordjahr 2008 an, bevor sie 2009 infolge der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise auf 7 400 Euro einbrach. Die der Krise nachfolgende konjunkturelle Erholung führte seitdem zu einer steigenden Investitionsintensität, so dass im Jahr 2012 mit 9 074 Euro (+8,6 %) der Rekordwert von 2008 beinahe wieder erreicht wurde. Im Bundesländervergleich lag Baden-Württemberg aber auch 2012 unter dem Durchschnitt.

Investitionen und Beschäftigte im Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland 2012 nach Bundesländern
BundesländerAktivierte Bruttozugänge an Sachanlagen (Investitionen)Beschäftigte1)Investitionsintensität
(Investitionen je Beschäftigten)
insgesamtVeränderung gegenüber VorjahrinsgesamtVeränderung gegenüber VorjahrinsgesamtVeränderung gegenüber Vorjahr
1.000 EUR% Anzahl% EUR%

1) Stand: Ende September.

Baden-Württemberg10.940.27910,11.205.6601,49.0748,6
Bayern11.331.5755,21.191.8131,89.5083,3
Berlin837.5514,392.282−0,39.0764,6
Brandenburg827.236−21,697.6740,68.469−22,1
Bremen801.7662,950.9151,115.7471,8
Hamburg1.043.6378,083.0891,412.5606,5
Hessen3.227.015−0,1390.052−2,38.2732,2
Mecklenburg-Vorpommern396.1042,454.617−3,67.2526,3
Niedersachsen5.492.5114,0515.1363,110.6620,8
Nordrhein-Westfalen9.574.3171,81.209.6781,57.9150,3
Rheinland-Pfalz2.752.7858,3287.0041,19.5917,1
Saarland1.105.1490,493.640−1,511.8021,9
Sachsen3.974.728−13,8259.3592,315.325−15,7
Sachsen-Anhalt1.533.3778,2127.831−1,211.9959,5
Schleswig-Holstein874.6482,9119.811−0,27.3003,1
Thüringen1.642.03912,8163.8550,810.02111,9
Deutschland56.354.7173,25.942.4161,29.4832,0
Definition / Berechnung
Investitionen in EUR ∕ Anzahl Beschäftigte
Als »Investitionen« gelten der Wert aller im Geschäftsjahr aktivierten Bruttozugänge an Sachanlagen. Nicht berücksichtigt sind Auslandsinvestitionen.
Als Beschäftigte gelten alle tätigen Personen, die in einem vertraglichen Arbeitsverhältnis bzw. Dienstverhältnis zum Betrieb stehen (einschließlich Auszubildende) sowie tätige Inhaber, -innen/ Mitinhaber, -innen, mithelfende Familienangehörige, an andere Unternehmen überlassene Mitarbeiter, -innen und Heimarbeiter, -innen, aber ohne Leiharbeitnehmer, -innen. Einbezogen werden u. a. Saison-, Aushilfs-, und Teilzeitbeschäftigte. Beschäftigte zum Stand Ende September.
Datenquelle
Investitionserhebung bei Unternehmen und Betrieben im Verarbeitenden Gewerbe sowie im Bergbau und der Gewinnung von Steinen und Erden.
Mögliche regionale Gliederung
Kreis, Region, Regierungsbezirk, Land
Periodizität
Jährlich
Nächste Aktualisierung
Dezember 2014

17. 12. 2013


© Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart, 2014 | ^