Investitionsquote

Indikatoren zum Thema »Industrie, Handwerk, Bauen und Wohnen«

Aussage

Investitionen stellen eine wichtige Größe für die Beobachtung der wirtschaftlichen Entwicklung sowie der Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft dar. Investitionen von Unternehmen/Betrieben des Verarbeitenden Gewerbes führen auf der Angebotsseite im Allgemeinen zu einer Ausweitung oder Verbesserung des Produktionspotentials. Auf der Nachfrageseite wirken sich Investitionen auf die Beschäftigung sowie auf das Einkommen positiv aus. Die Investitionsquote, die sich aus dem Verhältnis zwischen den Investitionen und dem Umsatz berechnet, gibt Aufschluss über die Investitionsdynamik.

Ergebnisse

Investitionen sind besonders konjunkturreagibel, so dass deren Entwicklung in hohem Maße von zyklischen Einflüssen geprägt und damit starken Schwankungen unterworfen ist. Insgesamt war in der ersten Hälfte des letzten Jahrzehnts eine im Trend rückläufige Entwicklung der Investitionsquote der Industriebetriebe in Baden-Württemberg zu beobachten, mit einem bislang niedrigsten Wert von 3,1 % im Jahr 2005. Seitdem stieg die Investitionsquote leicht an. Eine Ausnahme bildeten die Jahre 2008 und 2009, in welchen der unerwartet starke Umsatzeinbruch im Zuge der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise die Investitionsquote deutlich erhöhte. 2011 lag die Investitionsquote in Baden-Württemberg bei 3,3 % und damit über dem Wert der meisten anderen westdeutschen Bundesländer und auch knapp über dem Deutschlandwert (geteilter 5. Platz im Länderranking). Die höchsten Investitionsquoten wiesen ostdeutsche Bundesländer auf.

Schaubild: Investitionsquote im Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland nach Bundesländern

Investitionen und Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland 2011 nach Bundesländern
BundesländerAktivierte Bruttozugänge an Sachanlagen (Investitionen)UmsatzInvestitionsquote
(Investitionen im
Verhältnis zum Umsatz)
insgesamtVeränderung gegenüber VorjahrinsgesamtVeränderung gegenüber Vorjahr
1.000 EUR% 1.000 EUR% %
Baden-Württemberg9.936.04814,8303.929.04211,83,3
Bayern10.766.83021,8331.843.31011,13,2
Berlin802.8387,424.695.6634,43,3
Brandenburg1.055.62031,325.573.59314,34,1
Bremen779.32345,623.319.29410,53,3
Hamburg966.21543,884.970.74716,51,1
Hessen3.230.3539,0112.456.56912,72,9
Mecklenburg-Vorpommern386.693-9,012.747.6547,03,0
Niedersachsen5.282.08626,6188.239.19913,62,8
Nordrhein-Westfalen9.403.40717,5339.369.7228,52,8
Rheinland-Pfalz2.542.10811,688.547.46512,42,9
Saarland1.100.806-26,427.383.70615,44,0
Sachsen4.610.45432,360.595.57911,97,6
Sachsen-Anhalt1.417.0925,842.547.71912,23,3
Schleswig-Holstein849.8497,034.617.75310,22,5
Thüringen1.455.45614,831.300.08511,64,7
Deutschland54.585.17817,51.732.137.10011,43,2
Definition / Berechnung
Investitionen in EUR / Umsatz in EUR * 100
Als »Investitionen« gelten der Wert aller im Geschäftsjahr aktivierten Bruttozugänge an Sachanlagen. Nicht berücksichtigt sind Auslandsinvestitionen.
Der Umsatz umfasst die Erlöse aus eigenen Erzeugnissen und industriellen/handwerklichen Dienstleistungen sowie die Erlöse aus Handelsware und sonstigen nichtindustriellen/nichthandwerklichen Tätigkeiten. Als Umsatz gilt (unabhängig von Zahlungseingang oder Liefertermin) die Summe der Rechnungsendbeträge (ohne Umsatzsteuer) der in den Monaten Januar bis Dezember des Berichtsjahres abgerechneten Lieferungen und Leistungen an Dritte einschließlich der Erlöse aus Lieferungen und Leistungen an rechtlich selbständige Unternehmen des eigenen Konzerns und rechtlich selbständige Verkaufsgesellschaften.
Datenquelle
Investitionserhebung bei Unternehmen und Betrieben im Verarbeitenden Gewerbe sowie im Bergbau und der Gewinnung von Steinen und Erden.
Mögliche regionale Gliederung
Kreis, Region, Regierungsbezirk, Land
Periodizität
Jährlich
Nächste Aktualisierung
Dezember 2013

26.11.2012


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