Investitionsquote

Indikatoren zum Thema »Industrie, Handwerk, Bauen und Wohnen«

Aussage

Investitionen stellen eine wichtige Größe für die Beobachtung der wirtschaftlichen Entwicklung sowie der Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft dar. Investitionen von Unternehmen/Betrieben des Verarbeitenden Gewerbes führen auf der Angebotsseite zur Erhaltung, Ausweitung oder Verbesserung des Produktionspotentials. Auf der Nachfrageseite wirken sich Investitionen positiv auf Beschäftigung und Einkommen aus. Die Investitionsquote, die sich aus dem Verhältnis zwischen Investitionen und Umsatz berechnet, gibt Aufschluss über die Investitionsdynamik.

Schaubild: Investitionsquote im Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland 2013 nach Bundesländern

Ergebnisse

Investitionen sind besonders konjunkturreagibel, so dass deren Entwicklung in hohem Maße von zyklischen Einflüssen geprägt und damit starken Schwankungen unterworfen ist. Insgesamt war in der ersten Hälfte des letzten Jahrzehnts eine im Trend rückläufige Entwicklung der Investitionsquote der Industriebetriebe in Baden-Württemberg zu beobachten, die ausgehend von Werten um 4 % zu einem bislang niedrigsten Wert von 3,1 % im Jahr 2005 führte. Seit diesem Tiefpunkt zeigt sich die Investitionsquote – unterbrochen durch einen Sondereffekt aufgrund der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise - tendenziell leicht aufwärts gerichtet. 2013 lag die Investitionsquote in Baden-Württemberg bei 3,6 % und knüpfte damit im Zuge der auf die Krise folgenden konjunkturellen Erholung an die Aufwärtstendenz der Vorkrisenjahre an. Im Bundesländerranking lag die Investitionsquote der Südwestindustrie auf Platz 6, wobei der Wert der meisten anderen westdeutschen Bundesländer sowie der Deutschlandwert übertroffen wurden.

Investitionen und Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland 2013 nach Bundesländern
BundesländerAktivierte Bruttozugänge an Sachanlagen (Investitionen)UmsatzInvestitionsquote
(Investitionen im
Verhältnis zum Umsatz)
insgesamtVeränderung gegenüber VorjahrinsgesamtVeränderung gegenüber Vorjahr%
1.000 EUR% 1.000 EUR%
Baden-Württemberg11.156.2482,0312.697.1581,43,6
Bayern11.045.741−2,5338.368.5161,13,3
Berlin798.059−4,723.109.210−0,43,5
Brandenburg1.124.91536,025.174.372−0,04,5
Bremen1.009.18625,922.688.434−6,64,4
Hamburg1.115.9566,983.087.254−5,71,3
Hessen3.431.6626,3108.771.3630,63,2
Mecklenburg-Vorpommern347.076−12,413.054.4444,32,7
Niedersachsen5.362.351−2,4188.212.394−1,92,8
Nordrhein-Westfalen9.521.093−0,6332.909.937−0,32,9
Rheinland-Pfalz3.016.8699,691.574.2472,33,3
Saarland998.874−9,625.141.249−7,24,0
Sachsen3.444.518−13,358.094.323−1,95,9
Sachsen-Anhalt1.345.718−12,242.452.8472,43,2
Schleswig-Holstein840.137−3,936.686.3092,62,3
Thüringen1.318.757−19,730.810.5130,94,3
Deutschland55.877.159−0,81.732.832.569−0,13,2
Definition / Berechnung
Investitionen in EUR / Umsatz in EUR * 100
Als »Investitionen« gelten der Wert aller im Geschäftsjahr aktivierten Bruttozugänge an Sachanlagen. Nicht berücksichtigt sind Auslandsinvestitionen.
Der Umsatz umfasst die Erlöse aus eigenen Erzeugnissen und industriellen/handwerklichen Dienstleistungen sowie die Erlöse aus Handelsware und sonstigen nichtindustriellen/nichthandwerklichen Tätigkeiten. Als Umsatz gilt (unabhängig von Zahlungseingang oder Liefertermin) die Summe der Rechnungsendbeträge (ohne Umsatzsteuer) der in den Monaten Januar bis Dezember des Berichtsjahres abgerechneten Lieferungen und Leistungen an Dritte einschließlich der Erlöse aus Lieferungen und Leistungen an rechtlich selbständige Unternehmen des eigenen Konzerns und rechtlich selbständige Verkaufsgesellschaften.
Datenquelle
Investitionserhebung bei Unternehmen und Betrieben im Verarbeitenden Gewerbe sowie im Bergbau und der Gewinnung von Steinen und Erden.
Mögliche regionale Gliederung
Kreis, Region, Regierungsbezirk, Land
Periodizität
Jährlich
Nächste Aktualisierung
Dezember 2015

14. 1. 2015


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