2004-04

»Statistisches Monatsheft« 2004-04

Titelthema

Baden-Württemberg im »Superwahljahr«: Vor der Europawahl und den Kommunalwahlen am 13. Juni 2004

Am 13. Juni 2004 werden in Baden-Württemberg im Hinblick auf die zu wählenden Gremien zwei recht unterschiedliche Wahlen gleichzeitig stattfinden: zum einen die 6. Direktwahl zum Europäischen Parlament und zum anderen die unter dem Begriff Kommunalwahlen zusammengefassten Wahlen der Gemeinderäte, Kreisräte, Ortschaftsräte und der Wahl zur Regionalversammlung des Verbands Region Stuttgart. Während das Europaparlament mit supranationalen Entscheidungsbefugnissen ausgestattet ist, beziehen sich die der kommunalen Parlamente auf die »Ebene vor Ort«. Im Superwahljahr 2004 – neben der Europawahl finden in fünf Bundesländern Landtagswahlen, in neun Bundesländern Kommunalwahlen statt – geht es nicht nur um Mandate im Europäischen Parlament sowie in den jeweiligen Kommunal- und Landesparlamenten. In Baden-Württemberg ist der 13. Juni zugleich die letzte flächendeckende Wahl und somit Stimmungstest vor der Landtags- und Bundestagswahl 2006. Insbesondere die Sozialdemokraten im Land dürften der Europawahl und den Kommunalwahlen mit einiger Besorgnis entgegensehen. So sehen sich viele SPD-Politiker dem Berliner Umfragetief machtlos ausgesetzt. Der Ausgang der Wahlen wird die weiteren Strategien der Parteien bis zum Superwahljahr 2006 stark beeinflussen. Im folgenden Beitrag werden Ergebnisse der vergangenen Europawahl und der Kommunalwahlen 1999 zusammenfassend dargestellt sowie wahlrechtliche Grundlagen beider Wahlen erörtert.

Nicole Michel

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Frauen in Europa: Job? Kinder? Oder beides?

Job? Familie? Oder beides? Diese wohl immer häufiger gestellten Fragen werden von Frauen in der Europäischen Union (EU) auf unterschiedliche Weise beantwortet. Die Erwerbsbeteiligung der Frauen in der EU unterscheidet sich zum Teil sehr stark zwischen den Mitgliedstaaten. Das trifft auch auf das Ausmaß der Teilzeitarbeit und ihre Entwicklung seit 1983 sowie auf Beweggründe der Frauen für eine eingeschränkte Arbeitszeit zu. Viel zu vielfältig sind die politischen, ökonomischen, kulturellen, aber auch persönlichen Bedingungen für das Erwerbsverhalten von Frauen, als dass man von einem einzigen Grund, einer einzigen Bedingung ausgehen könnte.

Regine Renz / Dr. Bernd Eggen

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Lebens- und Einkommenssituation baden-württembergischer Familien

Die Ergebnisse des Mikrozensus im längerfristigen Zeitvergleich spiegeln deutlich die Veränderungen der Familienformen sowie die der Lebens- und Einkommenssituation der baden-württembergischen Familien wider. Zwar lebte auch im Jahr 2003 nach wie vor die Mehrheit der Baden-Württemberger in Familien, jedoch hat sich beispielsweise der Anteil der "traditionellen" Kernfamilien, also der Ehepaare mit Kindern, an allen Familien mit 47 % im Vergleich zu 1980 (58 %) deutlich reduziert. Entsprechend stieg der Anteil der allein Erziehenden an allen baden-württembergischen Familien von 9 auf 13 %.

Im Jahr 2003 gingen von den in Baden-Württemberg lebenden Ehepaaren mit Kindern unter 18 Jahren bei 64 % beide Ehepartner einer Erwerbstätigkeit nach, von den allein erziehenden Vätern und Müttern mit Kindern unter 18 Jahren waren 77 % erwerbstätig. Deutliche Unterschiede zwischen Ehepaaren mit Kindern und allein Erziehenden zeigen sich bei der Einkommenssituation. So mussten 22 % der allein Erziehenden mit minderjährigen Kindern im Jahr 2003 mit einem Einkommen von unter 900 Euro auskommen. Von den Ehepaaren mit Kindern unter 18 Jahren waren dies lediglich 1 %. Zudem gaben 10 % der allein Erziehenden mit minderjährigen Kindern an, überwiegend von Sozialhilfe zu leben.

Sabine Schmidt

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Das Ende der Suburbanisierung?

Die Bevölkerungsentwicklung in Baden-Württemberg ist seit jeher von starken regionalen Unterschieden geprägt. Waren bis in die 50er-Jahre des letzten Jahrhunderts die Städte die »Gewinner« dieser Entwicklung, so hat sich dies seit den 60er-Jahren grundlegend geändert: Die Zunahme der Bevölkerungszahl in den Umlandgemeinden war bis Ende des vergangenen Jahrhunderts zum Teil erheblich stärker als in den Zentren. Seither zeichnet sich aber eine »Renaissance der Städte« ab: Der Anstieg der Bevölkerungszahl entspricht nach Jahrzehnten erstmals wieder dem Landesdurchschnitt.

Inwieweit sich diese Entwicklung zu einem neuen Trend verfestigen wird, ist derzeit noch offen. Allerdings sprechen vor allem die zunehmende Verkehrsbelastung und die damit verbundenen Steigerungen der Mobilitätskosten sowie der »Aufholprozess« bei den Baulandpreisen im Umland dafür, dass sich auch künftig die Städte relativ günstig entwickeln könnten. Schließlich kommt hinzu, dass in Zukunft die größeren Städte überdurchschnittlich von Zuwanderungen profitieren dürften: Die Zahl der 18- bis unter 30-Jährigen wird als einzige »wanderungsaktive« Altersgruppe ansteigen, für die die Ausbildungs- und Arbeitsplatzzentren besonders attraktiv sind.

Werner Brachat-Schwarz

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Herz-Kreislauf-Erkrankungen häufigster Grund für Klinikaufenthalt

Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden vor allem durch Beeinträchtigungen der Durchblutung des Herzens selbst sowie des Hirns hervorgerufen. Im schlimmsten Fall lösen sie in diesen Organen einen Infarkt aus. Zu dem Diagnosekreis gehören aber auch rheumatische Herzleiden, Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche sowie Erkrankungen der Arterien, Venen und Lymphgefäße.

Dr. Lothar Baumann

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Die Freien Waldorfschulen in Baden-Württemberg

Im Jahr 1919 wurde auf Initiative des Zigarettenfabrikanten Molt die erste Freie Waldorfschule in Stuttgart gegründet. Heute sind die Freien Waldorfschulen weltweit verbreitet. Allein in Baden-Württemberg gibt es im Schuljahr 2003/04 46 Freie Waldorfschulen mit rund 21 500 Schülern. Damit ist ca. jeder vierte Schüler einer Privatschule ein »Waldorfschüler«. Allen Schulen gemeinsam ist die pädagogische Ausrichtung nach den anthroposophischen Vorstellungen Rudolf Steiners. An den Waldorfschulen können sämtliche Bildungsgänge vom Hauptschulabschluss über den Realschulabschluss bis hin zur allgemeinen Hochschulreife erworben werden.

Silvia Schwarz-Jung

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Bildung, Soziales | ^

Meisterschulen in Baden-Württemberg

An den Fachschulen im Land bereiten sich gegenwärtig fast 2 800 Fortbildungswillige auf die Meisterprüfung vor. Damit setzte sich der Trend sinkender Schülerzahlen an den Meisterschulen fort. Zu Beginn der 90er-Jahre wurden dort noch deutlich mehr als 4 000 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Frauen sind in den Meisterklassen verhältnismäßig selten: nur 10 % der Schüler sind weiblich. Insgesamt wurden in Baden-Württemberg im Jahr 2002 rund 6 000 Meisterprüfungen abgelegt, davon knapp 4 000 im Handwerk. Die weitere Entwicklung der Schülerzahlen dürfte sowohl von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als auch von der demografischen Entwicklung geprägt werden.

Dr. Rainer Wolf

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Bildung, Soziales | ^

Personalbedarf in Einrichtungen zur Versorgung älterer Menschen steigt kräftig

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Einrichtungen für ältere und zum Teil pflegebedürftige Menschen spürbar gestiegen und mit ihnen auch der Personalbedarf. In diesen »altersnahen« Dienstleistungsbereichen wuchs der Personalbestand von 1999 bis 2003 um 18 %, in der Gesamtwirtschaft nur um 3 %. Angesichts des fortschreitenden Alterungsprozesses der Bevölkerung stehen die Chancen gut, dass diese Dienstleistungsbranche auch in Zukunft gute Beschäftigungsperspektiven bietet. Insbesondere teilzeitbeschäftigte Frauen arbeiten häufig in Pflege- und Betreuungseinrichtungen für ältere Menschen.

Dr. Monika Kaiser

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Land und Kommunen | ^

»21 Indikatoren für das 21. Jahrhundert«: Gesamtrechnungen und Nachhaltigkeitsberichterstattung

Der Erdgipfel von Rio im Jahre 1992 hat eine stärkere Ausrichtung der Politik am Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung gefordert. Dies wurde im letzten Jahr durch den Gipfel von Johannesburg bekräftigt. Mit der im letzten Jahr verabschiedeten nationalen Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung liegen für Deutschland abgestimmte Indikatoren zur nachhaltigen Entwicklung vor (»21 Indikatoren für das 21. Jahrhundert«), die größtenteils auch mit quantitativen Zielvorgaben versehen sind.

Dr. Karl Schoer / Prof. Dr. Carsten Stahmer

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Land und Kommunen | ^

Zwei Fünftel der Bevölkerung sind bürgerschaftlich engagiert

Gesellschaftliche Strukturen lassen sich an der Zeitverwendung bestimmter Personengruppen erkennen. Nicht zuletzt spielt die Arbeitsteilung in privaten Haushalten eine wesentliche Rolle. Trotz vermehrter Berufstätigkeit sind Frauen in Baden-Württemberg immer noch mehrheitlich für die Hausarbeit zuständig. 40 % der Baden-Württembergerinnen und Baden-Württemberger engagierten sich ehrenamtlich. Ein Fünftel hatte sogar ein Ehrenamt inne, für das im Durchschnitt 3,4 Stunden pro Woche aufgewendet wurde.

Dr. Michaela Voß

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Umwelt, Verkehr, Tourismus | ^

Aufkommen und Entsorgung von Sonderabfällen

Mit der Einführung des neuen Europäischen Abfallverzeichnisses im Jahr 2002 wurde die Liste der besonders überwachungsbedürftigen Abfälle neu gefasst und spürbar ausgeweitet. Vor allem dadurch ist die Sonderabfallmenge im Jahr 2002 auf fast 1,68 Millionen Tonnen angewachsen. Dies entspricht rund 3,6 % des insgesamt in Baden-Württemberg zu entsorgenden Abfallaufkommens. Die Ausweitung der Sonderabfallmenge ist hauptsächlich durch die veränderte Gesetzgebung verursacht. Jedoch auch über alle schon bislang besonders überwachungsbedürftigen Abfallarten ist per saldo ein weiter steigender Trend festzustellen. Die Entsorgung der im Land angefallenen Sonderabfälle erfolgt letztlich überwiegend außerhalb des Landes. Nur die verunreinigten Böden und Bauabfälle werden schwerpunktmäßig in baden-württembergischen Anlagen entsorgt.

Dr. Helmut Büringer

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Verschiedenes | ^

Europawahl und Kommunalwahlen 2004

Am 13. Juni 2004 werden in Baden-Württemberg zwei Wahlen stattfinden: Zum einen werden an diesem Tag in Deutschland zum sechsten Mal die Direktwahlen zum Europäischen Parlament abgehalten. Gleichzeitig finden in Baden-Württemberg die unter dem Begriff »Kommunalwahlen« zusammengefassten Wahlen der Gemeinde-, Kreis- und Ortschaftsräte sowie die Wahl zum Regionalparlament der Region Stuttgart statt.

Wie auch bei früheren Europa- und Kommunalwahlen unterstützt das Statistische Landesamt die Landeswahlleiterin bzw. das für Kommunalwahlen im Innenministerium zuständige Referat bei der Übermittlung, Überprüfung und Zusammenfassung der Wahlergebnisse. Die zum Einsatz kommende Technik und der organisatorische Ablauf werden im Folgenden beschrieben. Zugleich bietet das Statistische Landesamt zur Europawahl und zu den Kommunalwahlen ein umfangreiches Informationsangebot an.

Wilfred Berger / Monika Hin

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Verschiedenes | ^

Regionale Wettbewerbsfähigkeit und die Strukturfonds

Europa und seine Regionen haben in den kommenden Jahren zahlreiche Herausforderungen zu bewältigen: unter anderem eine enorme Zunahme sozialer und wirtschaftlicher Disparitäten im Anschluss an die Erweiterung, eine voraussichtliche Beschleunigung der wirtschaftlichen Umstrukturierung infolge der Globalisierung, eine alternde Bevölkerung und steigende Zuwanderungen. Zur bevorstehenden EU-Erweiterung veröffentlicht das Statistische Landesamt Baden-Württemberg in lockerer Folge Beiträge zu regional- und sozial-politischen Maßnahmen der EU und der Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Im ersten Beitrag geht es um regionale Wettbewerbsfähigkeiten, dargestellt an ausgewählten Indikatoren, insbesondere dem BIP pro Kopf. Der Beitrag ist der von der Europäischen Kommission 2003 herausgegeben Broschüre »Strukturpolitik und der europäische Raum – Wettbewerbsfähigkeit, nachhaltige Entwicklung und Zusammenarbeit in Europa von Lissabon nach Göteborg« entnommen. Das Statistische Landesamt Baden-Württemberg dankt für die Abdruckgenehmigung.

Europäische Kommission

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Verschiedenes | ^

Technische Ausstattung von Haushalten älterer Menschen seit 1998 merklich verbessert

Die Ausstattung privater Haushalte mit langlebigen Gebrauchsgütern hat sich in den vergangenen 5 Jahren weiter spürbar verbessert. Dieser Trend setzt sich auch bei den Haushalten, deren Haushaltsvorstand über 65 Jahre alt ist, fort.

Dr. Michaela Voß

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Verschiedenes | ^

Jede Idee zählt

Bis heute wird das kreative Potenzial der Beschäftigten sowohl in der freien Wirtschaft als auch im öffentlichen Dienst zu wenig genutzt. In Zeiten, in denen sich das Statistische Landesamt den Forderungen aus Politik und Gesellschaft nach schlankeren Verwaltungsstrukturen und einer Steigerung der Wirtschaftlichkeit stellen muss, darf diese wichtige Ressource, das Wissen und Können der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, nicht ungenutzt bleiben.

Das Statistische Landesamt hat einen Kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP) eingeführt und damit ein ganzheitliches Konzept gewählt, das es allen Beschäftigten ermöglichen soll, durch ihre Fähigkeiten an der ständigen Verbesserung von Arbeitsabläufen mitzuwirken und zum Erfolg des Amtes beizutragen.

Petra Kornschober

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© Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart, 2014 | ^