2005-1

Modernisierung der amtlichen Statistik

Ein Jahresrückblick 2004

Uwe Gölz

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Das Produkt »Statistik« hat in einer Informationsgesellschaft wie der unsrigen einen unbestreitbar großen Wert. Der Bedarf an hochwertigen und aktuellen Daten sowie die Nachfrage nach verbesserten Beratungs- und Serviceleistungen aus der amtlichen Statistik steigen kontinuierlich. Das Statistische Landesamt Baden-Württemberg wird dabei von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft als innovativer Informationsdienstleister anerkannt, der Daten von hoher Qualität zur Verfügung stellt. Die objektiven, neutralen und wissenschaftlich unabhängigen Daten des Statistischen Landesamtes waren – nicht zuletzt in den Medien – auch im Jahr 2004 stets präsent und wurden stark nachgefragt. Demgegenüber sah sich das Amt aber auch im vergangenen Jahr wieder zunehmenden Einschränkungen seiner personellen und finanziellen Ressourcen gegenüber. Um dem gestiegenen Informationsbedürfnis der Öffentlichkeit auch in Zukunft adäquat nachkommen zu können, bleiben daher Reformen der einzige Weg, um die Handlungsfähigkeit der amtlichen Statistik zu gewährleisten.

Masterplan zur Reform der amtlichen Statistik | ^

Knappe Ressourcen und die Notwendigkeit, Bürger und Unternehmen von Statistikpflichten zu entlasten, waren der Anlass, nach neuen Wegen und Möglichkeiten zu suchen. Die Leiter der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder beschlossen daher ein entsprechendes Reformprogramm, den »Masterplan zur Reform der amtlichen Statistik Deutschland«. Sie sprachen sich dafür aus, die Zusammenarbeit der Statistischen Ämter zu optimieren und um Wettbewerbselemente zu ergänzen. Das Reformprogramm sieht eine stärkere Arbeitsteilung bei Erhalt der Kernkompetenzen Datenerhebung und -analyse der einzelnen Statistischen Ämter vor. Im Verbund mit den anderen Statistischen Ämtern ist das Statistische Landesamt Baden-Württemberg mit erheblichem Einsatz im Rahmen dieses Masterplans dabei, wichtige Neuerungen in der amtlichen Statistik zu realisieren, seien es neue Formen der Kooperation, Aktionen zur Standardisierung und Automatisierung sowie Nutzung des Internets. Im September 2004 konnte nun ein umfassender erster Fortschrittsbericht zu diesem Masterplan vorgelegt werden, der von der Innenministerkonferenz in Auftrag gegeben wurde.

Wesentliche Projekte dieses Reformprogramms haben im Jahr 2004 auch Eingang gefunden in einer zwischen der Amtsleitung und den Abteilungen des Statistischen Landesamtes festgelegten Zielvereinbarung. Diese enthält erstmals – als schriftlich fixierte Jahresarbeitsplanung für 2005 – folgende anzustrebende Oberziele:

  • Erhöhung der Wirtschaftlichkeit,
  • Erhöhung des Kundennutzens,
  • Entlastung der Berichtspflichtigen,
  • Förderung der Motivation und Qualifikation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Reformprojekte mit Optimierungspotenzial | ^

Ein wesentliches Reformprojekt mit erheblichem Optimierungspotenzial und Wirtschaftlichkeitsreserven stellt dabei die medienbruchfreie (elektronische), plausibilisierte Datenlieferung an das Statistische Landesamt dar. Zum Ende des Jahres 2004 konnte bereits ein zweiter Fortschrittsbericht vorgelegt werden, der über Form, Ausmaß und Aufwand der medienbruchfreien, plausibilisierten Datenbereitstellung bei den Auskunft gebenden Institutionen und Personen informiert. Zwar blieb der Prozentsatz der Statistiken, die zu 100 % medienbruchfrei und so vorplausibilisiert sind, dass sie einen geringen Aufwand im Statistischen Landesamt zur Folge haben, mit 8 % unverändert. Zieht man die Grenze der medienbruchfreien Lieferung bei gleichzeitiger derartiger Vorplausibilisierung aber bei mindestens 90 %, so können 10 % aller Statistiken als medienbruchfrei einbezogen werden. Dabei sind vor allem im Bereich von Unternehmen und privaten Haushalten Fortschritte zu verzeichnen. Bei Land und Kommunen konnten zumindest Teilfortschritte erzielt werden.

Mit dem Projekt »Optimierte Kooperation der amtlichen Statistik« soll eine aufgabenbezogene Konzentration von Arbeiten zur Aufbereitung von Statistiken erreicht werden, das heißt, ein Statistisches Amt erledigt als Aufbereitungszentrum im Rahmen der Statistikproduktion Arbeiten im Auftrag anderer Ämter. Dieses Aufbereitungszentrum übernimmt die Rolle eines Anbieters von IT-Leistungen. Die Dienstleistung erfolgt auf Verrechnungsbasis. Durch diesen Ansatz transformieren die Statistischen Ämter ihre bisherige erfolgreiche Zusammenarbeit in Gestalt des Programmierverbundes sowie in anderen Arbeitsbereichen zu einer betriebswirtschaftlich fundierten Kooperation auf dem gesamten Feld der Statistikproduktion. In sechs Pilotprojekten sollen stufenweise unter Beteiligung mehrerer Ämter für verschiedene Teilprozesse der amtlichen Statistik zukunftsweisende Software-Konzepte getestet und eingeführt werden. Baden-Württemberg schafft dabei im Rahmen des Pilotprojekts mDAMAST als programmierendes Landesamt die Voraussetzungen, die es ermöglichen, DV-Anwendungsbetreuung und Aufbereitung der Baugewerbestatistiken für andere Landesämter zentral durchzuführen. Dieses wichtige Pilotprojekt soll Anfang 2005 planmäßig abgeschlossen werden.

Ein weiteres Instrument zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit in der amtlichen Statistik liegt in einem länderübergreifenden Benchmarking, um in einem systematischen Leistungsvergleich innerhalb oder zwischen verschiedenen Organisationen vom Besten zu lernen. Ein solches Benchmarking ermöglicht durch einen Kostenvergleich Hinweise auf effektivere Produktionsmethoden sowie die Transparenz des Ressourcenverbrauchs. Seit Beginn der Arbeit einer AG Benchmarking im November 2002 unter der Leitung Baden-Württembergs konnten wichtige Fortschritte bei der Vorbereitung eines – sich als sehr komplex erweisenden – Benchmarking der Länder erreicht werden. Für die vier kostenintensiven Statistiken Mikrozensus, Wanderungsstatistik, Monatserhebung im Tourismus und Gewerbeanzeigenstatistik wird mit den Jahresdaten für 2004 ein Benchmarking im 1. Quartal 2005 erfolgen. Es wurde beschlossen, ab dem Jahr 2005 vier weitere kostenintensive Statistiken in das Benchmarking einzubeziehen.

Mit weniger Ressourcen die Aufgaben bewältigen | ^

Um die Kreativität und die Ideen seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verbesserung von Arbeitsabläufen sowie zur Nutzung von Wirtschaftlichkeitspotenzialen optimaler zu nutzen, führte das Statistische Landesamt Ende 2002 ein KVP-System (Kontinuierlicher Verbesserungsprozess) ein. Einzeln und in Teams sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgefordert, Vorschläge zur Verbesserung von Arbeitsabläufen – insbesondere referats- und abteilungsübergreifend – zu entwickeln. Durch diese Initiative gingen bis zum Ende des Jahres 2004 bisher 268 Verbesserungsvorschläge in der Geschäftsstelle ein. Hiervon wurden 77 umgesetzt und 16 prämiert. Allein durch die Realisierung der Einzelvorschläge konnten dabei über 45 000 Euro an Einsparungen erzielt werden. Nimmt man die Ersparnisse durch die Vorschläge der KVP-Teams hinzu, so ergeben sich Einsparungen in Höhe von fast 245 000 Euro seit der Einführung von KVP.

Die zentralen Aufgaben des Statistischen Landesamtes sind gesetzlich festgelegt: So sind etwa 250 Statistiken vorzubereiten und durchzuführen sowie die Öffentlichkeit mit Informationen über Wirtschaft, Bevölkerung, Soziales und Umwelt zu versorgen. Um diese Aufgaben im Jahr 2004 erfüllen zu können, standen 648,5 Stellen zur Verfügung; das waren 18 % weniger als noch im Jahr 1993. Bis zum 1. Januar 2008 sollen weitere 45 Stellen eingespart werden, was dann einem Stelleneinsparvolumen von 24 % seit 1993 entspricht. Gemessen am Gesamthaushalt des Landes lag der Anteil der amtlichen Statistik bei 0,1 %, was rund 3 Euro pro Einwohner des Landes bedeutet. Dies sind nach Nordrhein-Westfalen die zweitgünstigsten Statistikkosten aller Bundesländer.

In Zeiten immer knapper werdender Mittel arbeitet das Statistische Landesamt daher kontinuierlich daran, seine personellen und finanziellen Ressourcen so wirtschaftlich und effizient wie möglich einzusetzen. Um die Qualität der Statistiken jedoch nicht zu gefährden, ist es notwendig, dass der Produktionsprozess in nennenswertem Umfang weiter automatisiert wird und keine umfangreichen neuen Aufgaben durch die EU oder den Bund hinzukommen.

Im Jahr 2004 ist der Aufgabenumfang jedoch wieder um zwei neue Statistiken erweitert worden, und zwar um die jährliche Erhebung des Energieverbrauchs in der Industrie und die Erhebung über Informations- und Kommunikationstechnologie in Unternehmen. Für die Unternehmen stellt die jährliche Energieverbrauchserhebung eine Entlastung dar, weil sie bislang monatlich die Daten im Rahmen des »Monatsberichts« im Verarbeitenden Gewerbe gemeldet haben. Die Erhebung über Informations- und Kommunikationstechnologie bedeutet für die Unternehmen auch keine zusätzliche Belastung, da sie bisher bereits auf freiwilliger Basis durchgeführt wurde. Gestrichen wurde eine Erhebung, die Ergänzende Ernteermittlung für Äpfel im übrigen Anbau. Durch eine Reduzierung des Berichtskreises zur vierteljährlichen Handwerksberichterstattung werden 900 Betriebe entlastet. Bei zehn Statistiken wurde der Merkmalskatalog ausgeweitet, wobei die zusätzlichen Merkmale beim Mikrozensus und bei der Arbeitskräfteerhebung der EU besonders ins Gewicht fallen. Bei neun Erhebungen wurden Merkmale reduziert. Der Schwerpunkt ist jedoch eindeutig bei den Ausweitungen zu sehen.

Information im Dienst der Kunden | ^

Der Nutzen unserer Produkte und Dienstleistungen wird von unseren Kunden bestimmt. Das bedeutet, dass Statistikergebnisse so aufzubereiten sind, dass sie der Nutzer verstehen und für seine Zwecke verwenden kann. Das Statistische Landesamt verfolgt dabei das Ziel, möglichst viele Entscheidungsträger auf allen Ebenen der Wirtschaft und Verwaltung, einen möglichst großen Teil der Bevölkerung sowie Fachkreise der unterschiedlichsten Bereiche mit kundengerechten Informationen zu versorgen. Besonderes Augenmerk wurde darauf gerichtet, alle berichtspflichtigen Unternehmen über solche Statistikergebnisse zu informieren, zu denen sie Daten beigetragen haben.

Das Statistische Landesamt ist bestrebt, die Informationsbedürfnisse seiner Kundengruppen aufzunehmen und in operative Veröffentlichungskonzepte umzusetzen. Dabei orientiert es sich verstärkt an Themen, die in der öffentlichen Diskussion von Bedeutung sind. Im Jahr 2004 lagen diese Themenschwerpunkte bei »Demografie und Familie«, »Wahlen«, »Pflege« und »Europäische Union«.

In der Veröffentlichungsplanung werden zunehmend Produkte aufgenommen, die sich unmittelbar zur Information von Zielgruppen eignen, insbesondere Kurzinformationen wie »Statistik Aktuell« oder Faltblätter. Um hierbei eine große Breitenwirkung mit gleichzeitiger Kostenminimierung zu erreichen, wurden im Jahr 2004 mit verschiedenen Verbänden und Ministerien Kooperationen in Form von Vertriebspartnerschaften eingegangen. Partner mit größeren Abnahmemengen waren hierbei u.a. die Tourismus-Marketing GmbH, der Hotel- und Gaststättenverband Baden-Württemberg, der baden-württembergische Einzelhandelsverband, der Landesverband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau, das Diakonische Werk der Evangelischen Landeskirche in Baden, der Familienbund im Erzbistum Freiburg, der Landesfrauenrat sowie der Deutsche Familienverband.

Das Internetangebot ist das zentrale Informationsmedium mit dem breitesten Informationsangebot des Statistischen Landesamtes. Das Haus verfolgt deshalb das Ziel, möglichst alle kostenlos verfügbaren Informationen ins Internet einzustellen und die Zahl der Nutzer mithilfe eines noch attraktiveren und kundengerechten Internetauftritts zu erhöhen. 2004 wurden je Monat ca. 380 000 Seitenabfragen registriert. Statistische Berichte werden als Internet-Newsletter angeboten. Der Internet-Newsletter für Statistische Berichte wurde 2004 von 1 350 Kunden genutzt, der für Eildienste sogar von rund 2 300 Kunden.

Neben einer verstärkten digitalen Bereitstellung statistischer Daten in Form elektronischer Produkte konnte das Statistische Landesamt 2004 auch wieder viel beachtete Analysen in Form klassischer Print-Produkte vorlegen. So fanden zum Beispiel der erstmals zusammen mit dem Forschungs- und Entwicklungsmonitor erstellte Innovationsindex für 73 europäische Regionen, der Wahlnachtsband zur Europawahl, die Umweltökonomischen Gesamtrechnungen, die Untersuchungen zu regionalen Strukturen bei Unternehmensgruppen, »Statistik Kommunal« und der zum Jahresende herausgebrachte Standortbericht Baden-Württemberg großes Interesse.

Landesweites Netzwerk | ^

Um die Zusammenarbeit mit den Ressorts, mit Verbänden und mit anderen Partnern weiter zu verbessern und eine Verankerung des Statistischen Landesamtes in einem landesweiten Kunden- und Partner-Netzwerk sicherzustellen, wurden von der Amtsleitung und den Abteilungsleitern auch im Jahr 2004 wieder eine Vielzahl von Verbands- und Ressortgesprächen geführt. Sie werden dazu genutzt, um gezielt Informationswünsche abzufragen und Kooperationen einzugehen.

Kooperationsprojekte mit wissenschaftlichen Einrichtungen dienen dazu, aktuelle Themen von wissenschaftlichem Interesse zu bearbeiten und mithilfe eines Know-how-Transfers die Analysekompetenz des Statistischen Landesamtes zu stärken sowie sein umfangreiches Datenreservoir für wissenschaftliche Zwecke besser zu nutzen. So konnten im Jahre 2004 durch zwei Gastwissenschaftsarbeitsplätze im Haus Untersuchungen zu Entwicklung und Einfluss der Tarifbindung auf Verdiensthöhe und -streuung sowie zu regionalen Mortalitätsunterschieden in Baden-Württemberg realisiert werden. Letztere Arbeit wurde sogar mit dem Gerhard-Fürst-Preis des Statistischen Bundesamtes ausgezeichnet.

Die Amtsleiter von Bund und Ländern haben beschlossen, ein Forschungsdatenzentrum der Statistischen Landesämter einzurichten. Das Forschungsdatenzentrum wird in Form einer Arbeitsgemeinschaft der Statistischen Landesämter betrieben. Jedes Statistische Landesamt bildet einen regionalen Standort des Forschungsdatenzentrums. Das Ziel ist, den Zugang der Wissenschaft zum Datenangebot und speziell zu den Mikrodaten der amtlichen Statistik zu erleichtern und für die Nutzer dieser Daten Beratungs- und Servicedienstleistungen bereitzustellen. Eine wesentliche Voraussetzung, um dieses Ziel zu erreichen, besteht im Aufbau und der Erprobung einer neuen organisatorischen, fachlichen und technischen Infrastruktur. Hierzu wurde ein Pilotprojekt ins Leben gerufen. Im Rahmen dieses Pilotprojekts, das bis Ende 2006 abgeschlossen sein soll, hat das Statistische Landesamt Baden-Württemberg die Bearbeitung von ausgewählten Umweltstatistiken übernommen.

Stets im Kontakt mit den Medien | ^

Das Statistische Landesamt Baden-Württemberg betreibt eine aktive Pressearbeit. So wurden Medien und Öffentlichkeit im Jahr 2004 mit über 400 Pressemitteilungen und in 13 Pressekonferenzen über neueste statistische Ergebnisse informiert und Daten zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen geliefert. Darüber hinaus ist Werbung für die Produkte und Dienstleistungen der amtlichen Statistik ein wirksames Mittel der Öffentlichkeitsarbeit. Denn die Erfahrung zeigt: Wer die vielfältigen Leistungsangebote der Statistik kennt, ist eher bereit, sich an statistischen Erhebungen zu beteiligen. So war das Statistische Landesamt im vergangenen Jahr auch auf wichtigen Messen wie der Pflege & Reha, der Frankfurter Buchmesse, den Stuttgarter und Karlsruher Buchwochen sowie den Abfalltagen Baden-Württemberg präsent.

»Statistik-Tage«, die gemeinsam mit Partnern von Wissenschaft, Industrie- und Handelskammern, Landratsämtern und Stadtverwaltungen durchgeführt werden, dienen dazu, unsere vielfältigen Statistikergebnisse breiten Kreisen zugänglich zu machen. Im Jahr 2004 fanden Veranstaltungen bei den Industrie- und Handelskammern Südlicher Oberrhein und Ostwürttemberg, das Statistische Kolloquium in Konstanz sowie die hauseigenen Ausstellungen »Baden-Württemberg und die EU« in den Landratsämtern Waiblingen, Böblingen, Göppingen, Schwäbisch Hall, Pforzheim, Aalen und im Landesgewerbeamt in Karlsruhe großen Zuspruch bei den Besuchern. Daneben konnte der nunmehr neunte Schülerwettbewerb des Statistischen Landesamtes zu EU-Fragen viele Schülerinnen und Schüler im Land zur Teilnahme animieren und auch auf diesem Weg die Informationen des Statistischen Landesamtes in die Öffentlichkeit transportieren.

Ausweitung der Online-Meldemöglichkeiten | ^

Das Verhältnis zu seinen Kunden ist für das Image der amtlichen Statistik und eine effiziente Abwicklung der statistischen Erhebungen von besonderer Bedeutung. Im Interesse einer verbesserten, Ressourcen schonenden Zusammenarbeit ist die Entlastung der Berichtspflichtigen deshalb ein wichtiges Anliegen des Amtes. Mit einem erweiterten Angebot an seine Auskunftgebenden, die Daten als Internet- bzw. Onlinemeldungen zu übermitteln – auch mit der Möglichkeit, in Zukunft Daten direkt aus dem betrieblichen Rechnungswesen in das Online-Verfahren zu übernehmen –, wird die Auskunftserteilung für die Berichtspflichtigen wesentlich erleichtert. Im Jahr 2004 konnte das Statistische Landesamt Baden-Württemberg bei insgesamt 22 Statistiken eine Datenübermittlung per Internet anbieten. Damit liegt Baden-Württemberg mit dieser komfortablen und rationellen Form der Online-Meldung bundesweit mit an der Spitze. Es wurden zahlreiche Werbeaktionen durchgeführt, um Berichtspflichtige dafür zu gewinnen, ihre Daten via Internet zu liefern. Der Anteil der Online-Meldungen ist erfreulicherweise gegenüber 2003 deutlich gestiegen und liegt mittlerweile bei sieben Statistiken über 17 %. Auch hier liegt Baden-Württemberg bundesweit vorn. Im Jahr 2005 sollen weitere 18 Statistiken onlinefähig gemacht werden.

Auch durch eine breitere Nutzung von Verwaltungsdaten und Registern können die Auskunftspflichtigen nennenswert entlastet und der Aufbereitungsaufwand im Statistischen Landesamt reduziert werden. Von besonderer Tragweite sind dabei die Nutzung des Unternehmensregisters als Ersatz für künftige Zählungen und zur besseren Verknüpfung von statistischen Datenbeständen sowie die Nutzung von Verwaltungsdaten für Konjunkturstatistiken.

Das Statistische Landesamt befragt jährlich 11 % der Unternehmen und Selbstständigen in Baden-Württemberg. Für kleine und mittlere Unternehmen mit unter 50 Beschäftigten kann dies jedoch eine nicht unerhebliche Belastung bedeuten. Deshalb setzt sich das Statistische Landesamt dafür ein, dass nicht mehr oder kaum noch benötigte Statistiken gestrichen werden. Auf Vorschlag des Statistischen Landesamtes hat das baden-württembergische Finanzministerium 16 Streich- und Reduzierungsvorschläge sowie fünf Prüfaufträge in die Bund-Länder-Gremien eingebracht. Aufgrund dieser Initiative konnte dem Bundesrat ein Gesetzesantrag des Landes Baden-Württemberg für den Entwurf eines Gesetzes zum Abbau von Statistiken vorgelegt werden. Obwohl eine Reihe der Anträge vom Bundesrat beschlossen wurde, war der Antrag nicht erfolgreich. Das Statistische Landesamt wird aber weiterhin nichts unversucht lassen, dass zur Entlastung seiner Berichtspflichtigen im Rahmen von Gesetzesinitiativen und Statistikbereinigungen einzelne Statistiken entfallen oder der Merkmalskatalog eingeschränkt wird.

Auf der Basis einer vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit in Auftrag gegebenen Studie über die Bedeutung der Belastung der Wirtschaft durch amtliche Statistiken, die voraussichtlich Ende 2005 abgeschlossen sein wird, könnten sich weitere Entlastungsmöglichkeiten ergeben.

Ohne motivierte Mitarbeiter geht nichts | ^

Die wichtigste Ressource des Amtes sind seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Von ihren Fähigkeiten, ihrer Leistungsbereitschaft, ihrer Qualifikation und ihrer Motivation hängt es ab, ob und wie das Statistische Landesamt den begonnenen Reformprozess letztendlich verwirklichen kann. Die Förderung der Leistungsbereitschaft und der Leistungsfähigkeit aller Beschäftigten im Statistischen Landesamt ist daher eine elementare Voraussetzung für den Erfolg des Hauses.

Im Übrigen wird das Statistische Landesamt Baden-Württemberg auch in den nächsten Jahren seinen begonnenen Reformprozess fortsetzen, in dem Bemühen, sich als zentraler, unabhängiger und neutraler Informationsdienstleister des Landes zu präsentieren, der die Informationswünsche seiner Kunden kennt und realisiert, der seine Aufgaben effizient, schnell und kostengünstig erledigt, der stets moderne Methoden verwendet und dessen Personal seine Kunden kompetent, freundlich und serviceorientiert bedient.


© Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart, 2005 | ^