2009-2

Jetzt aktualisiert: Demografie-Spiegel für jede Gemeinde Baden-Württembergs

Über 70 000 Internet-Zugriffe seit Mai 2008 zeigen hohen Informationsbedarf

Ariane Krentz

PDF-Version des kompletten Aufsatzes mit Tabellen, Grafiken und Schaubildern (117,4 KB)

Im Mai 2008 startete das Statistische Landesamt Baden-Württemberg erfolgreich sein neues Online-Angebot für Kommunen – den Demografie-Spiegel. Fragestellungen rund um die demografische Entwicklung vor Ort werden anhand von Grafiken und Karten anschaulich dargestellt. Darüber hinaus werden mit statistischen Indikatoren 6 verschiedene Themenfelder wie zum Beispiel »Familienfreundliches Wohnen«, »Familie und Beruf« oder »Kommunale Finanz- und Kaufkraft« beschrieben, auf die demografische Faktoren wie Alterung oder Schrumpfung Einfluss haben bzw. die auch umgekehrt auf demografische Prozesse wirken. Dieses Informationsangebot stößt auf große Resonanz in der Öffentlichkeit und wurde jetzt mit Daten für das Jahr 2007 aktualisiert. Es steht ab sofort online zur Verfügung.

Der Demografie-Spiegel richtet sich in erster Linie an Entscheidungsträger und Planer in den Kommunen, aber auch an interessierte Bürgerinnen und Bürger, die die demografische Entwicklung in ihrer Gemeinde und ihre Auswirkungen analysieren möchten.

»Der demografische Wandel ist eine der größten Herausforderungen, der sich auch Baden-Württemberg in kommenden Jahren und Jahrzehnten zu stellen hat. Auch wenn die demografische Entwicklung Baden-Württemberg nur verzögert und abgeschwächt trifft, hat der Wandel der Bevölkerungsstruktur auch in unserem Land Auswirkungen auf alle Bereiche des Zusammenlebens und stellt eine große Herausforderung für die Politik dar. Demografie betrifft nahezu alle Handlungsfelder der Politik.« Dies gilt insbesondere auch auf kommunaler Ebene, wo sich demografische Auswirkungen am stärksten in der Lebenswelt der Menschen bemerkbar machen. Dies sagte Prof. Dr. Claudia Hübner, Staatsrätin für Demographischen Wandel und Senioren, im Bericht der Landesregierung über die Umsetzung der Empfehlungen der Enquetekommission – Demografischer Wandel – Herausforderungen an die Landespolitik1. Im Auftrag der Staatsrätin hat das Statistische Landesamt Anfang 2007 einen Demografie-Spiegel entwickelt ein Online-Angebot, mit dem die Entscheidungsträger vor Ort die demografische Entwicklung ihrer Gemeinde analysieren können.

Fakten für alle 1 109 Kommunen Baden-Württembergs | ^

Mit dem Demografie-Spiegel bietet das Statistische Landesamt ein umfassendes und leicht verständliches Monitoring-Instrument für alle 1 109 Städte und Gemeinden Baden-Württembergs im Internet an. »Besonders stolz sind wir darauf, dass wir selbst der kleinsten Gemeinde im Land noch wertvolle Informationen bereitstellen können. Damit sind wir bundesweit Vorreiter.«, betonte Dr. Carmina Brenner bei der Vorstellung des Demografie-Spiegels am 6. Mai 2008 auf der Kommunalmesse »Zukunft Kommune« in Stuttgart. Das Angebot unterteilt sich in 2 große Teilbereiche:

  • das »Demografische Profil« und
  • die »Themenfelder«.

Im Demografischen Profil wird anhand von Grafiken, Tabellen und kurzen Erläuterungstexten die demografische Lage einer Kommune in der Vergangenheit, zum jetzigen Zeitpunkt sowie die voraussichtliche Entwicklung bis 2025 dargestellt. Für ausgewählte Indikatoren werden die Daten der Kommune mit denen des zugehörigen Landkreises, der jeweiligen Gemeindegrößenklasse und des Landes verglichen, zum Beispiel Geburtensaldo je 1 000 Einwohner, Wanderungssaldo je 1 000 Einwohner oder Durchschnittsalter. Dies ermöglicht eine erste Einschätzung, ob die demografische Entwicklung in der Kommune im Vergleich positiver oder negativer zu bewerten ist. Zur Analyse dieser Indikatoren wird ihre zeitliche Entwicklung in Absolutwerten dargestellt, zum Beispiel Anzahl der deutschen und ausländischen Einwohner, Geborene und Gestorbene, Zugezogene und Fortgezogene, Bevölkerung nach Altersgruppen. Detaillierte Informationen (Tabellen, Karten) werden über weiterführende Links in die Struktur- und Regionaldatenbank sowie in das interaktive Kartenprogramm angeboten.

Die 6 Themenfelder enthalten Indikatoren zu Faktoren, die Einfluss auf die demografische Entwicklung haben oder die umgekehrt von den demografischen Prozessen, wie Alterung oder Schrumpfung, beeinflusst werden. Insgesamt wurden 23 Indikatoren für die folgenden Themenfelder

  • Familienfreundliches Wohnen,
  • Familie und Beruf,
  • Wirtschaft,
  • Bildung und Qualifikation,
  • Ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger und
  • Kommunale Finanz- und Kaufkraft

zusammengestellt.

Die tabellarische Darstellung der Gemeindeindikatoren ermöglicht den Vergleich mit den Daten für die jeweilige Gemeindegrößenklasse, den Kreis und das Land. Die farbliche Markierung der einzelnen Indikatoren zeigt, wie die Gemeinde im Vergleich zu anderen Kommunen dasteht (vgl. dazu die Hinweise zur Nutzung und Methode des Demografie-Spiegels2).

Für jeden Indikator werden Links zu detaillierten Tabellen, Karten und Erläuterungstexten mit einer kurzen Definition des Indikators, der Beschreibung seiner Aussagekraft sowie einer Karteninterpretation angeboten.

Wie wird das Angebot genutzt? | ^

Der Demografie-Spiegel hat eine große Resonanz in der Öffentlichkeit gefunden. Dies bestätigen sowohl die positiven Rückmeldungen aus einer schriftlichen Kundenbefragung, an der sich rund 15 % der 1 109 Kommunen beteiligten, als auch die insgesamt ca. 130 000 Abrufe der Internetseiten seit der Freischaltung am 6. Mai 2008 bis Dezember 2008. Analysiert man die Nutzung der einzelnen Teilbereiche des Demografie-Spiegels, so wird deutlich, dass das größte Interesse am »Demografischen Profil«– der eigentlichen Darstellung der demografischen Fakten – besteht. Allein auf diesen Bereich entfielen ca. 70 000 Abrufe. Die Rubrik »Themenfelder« konnte nur knapp 10 % der gesamten Abrufe verbuchen. Demnach nutzen die Anwender das Angebot vorwiegend, um sich die »harten« Fakten der demografischen Lage vor Ort zu verdeutlichen. Die Analyse bestimmter Einflussfaktoren auf die demografische Entwicklung, wie zum Beispiel das Vorhandensein von Kinderbetreuungsangeboten oder das Erwerbsverhalten von Frauen erfolgt dann vermutlich anhand gemeindeinterner Zusatzinformationen.

Der Demografie-Spiegel wurde Ende 2008 erstmals fortgeschrieben. Dabei lag der Schwerpunkt in der Verbesserung des »Demografischen Profils«. Über die Aktualisierung hinaus wurden unter anderem die Erläuterungstexte überarbeitet und eine systematische Nummerierung der Tabellen und Grafiken eingefügt, damit das Auffinden der Informationen erleichtert wird.

Die aktualisierten Daten stehen ab sofort für alle 1 109 Kommunen Baden-Württembergs zum Abruf bereit.

1 Landtag von Baden-Württemberg Drucksache 14/3021 vom 24. Juli 2008, S. 2 f.

2 Büringer, Helmut: »CO2-Emissionen durch die Stromerzeugung in Baden-Württemberg«, in: »Statistisches Monatsheft Baden-Württemberg 8/2007« 6/2007, S. 8 ff.


© Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart, 2009 | ^