2009-8

Kinder? Jetzt nicht! – Aber wann dann?

Wie Arbeitsplatzunsicherheit die Familiengründung beeinträchtigt

Dr. Bernhard Payk / Alexandra Schmider

PDF-Version des kompletten Aufsatzes mit Tabellen, Grafiken und Schaubildern (37,9 KB)

Die Flexibilisierung am Arbeitsmarkt wird häufig als Maßnahme zur Erleichterung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie propagiert. Die einzelnen Maßnahmen sind jedoch sehr unterschiedlich zu bewerten. Reagiert der Arbeitsmarkt mit der Ausweitung von Teilzeitarbeitsplätzen hauptsächlich auf einen Bedarf von Frauen und Männern, die dadurch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf realisieren wollen, so ist die Befristung von Arbeitsverträgen ein Flexibilisierungsinstrument der Arbeitgeber, das fast ausschließlich gegen den Willen der Arbeitnehmer eingesetzt wird. Unsichere Arbeitsplätze führen, dies zeigen die Analysen dieses Artikels, zu einer Verschiebung von Kinderwünschen. Die Ergebnisse legen nahe, dass für viele Paare Arbeitsplatzsicherheit eine notwendige Bedingung für die Familiengründung ist. Erst wenn Arbeitsplatzsicherheit gewährleistet ist, können weitere familienpolitische Maßnahmen wie Elternzeit und Elterngeld oder der Ausbau der Kleinkindbetreuung ihre Wirkung entfalten.

Durchschnittsalter bei der Erstgeburt deutlich nach hinten verschoben | ^

Frauen bekommen heute später Kinder als je zuvor. Besonders plastisch lässt sich die Verlagerung von Geburten auf ein späteres Alter durch die altersspezifischen Geburtenhäufigkeiten darstellen. Die Kurve verdeutlicht, wie viele von jeweils 1 000 Frauen in einem bestimmten Alter ein Kind zur Welt bringen. Vergleicht man die Kurve aus dem Jahr 1980 mit der des Jahres 2007, so wird deutlich dass sich die höchste Geburtenhäufigkeit um 5 Jahre, von 26 auf 31 Jahre verschoben hat. Das Durchschnittsalter, in dem verheiratete Frauen ihr erstes Kind zur Welt bringen, hat sich seit 1980 ebenfalls um 5 Jahre erhöht und liegt heute bei 30 Jahren.1 Wenn das erste Kind erst mit 30 statt mit 25 Jahren auf die Welt gebracht wird, verkürzt sich dadurch der Zeitraum, in dem weitere Kinder geboren werden (können), erheblich.

Rushhour des Lebens | ^

Ein Teil der Verschiebung von Geburten in ein höheres Lebensalter lässt sich durch die Zunahme höherer Bildungsabschlüsse erklären. Das Gymnasium gewinnt zuungunsten der anderen Schularten immer mehr an Bedeutung. Auch der Anteil der Studienanfänger an den Schulabgängern hat sich insgesamt deutlich erhöht. Bei den Frauen war die Zunahme besonders deutlich; sie stellen mittlerweile fast die Hälfte der Studienanfänger.2 Durch das steigende Bildungsniveau ist die Bildungserwartung, das heißt die zu erwartenden Jahre, in denen sich ein 5-jähriges Kind durchschnittlich in Schulen und Hochschulen befindet, in den vergangenen 30 Jahren für Jungen um 1,2 und für Mädchen sogar um 1,8 Jahre gestiegen.3 Diese Entwicklung hat zur Folge, dass die Etablierung in der Arbeitswelt und der Aufbau einer eigenen ökonomischen Existenz mit der Phase der Paarbildung und Familiengründung im Lebenslauf zusammenfallen.

So entsteht eine »Rushhour des Lebens«, wie sie bereits im Siebten Familienbericht der Bundesregierung beschrieben wird.4 Dies hat negative Auswirkungen auf die Familiengründung. »Die unterschiedlichen Lebensoptionen von der Familiengründung bis zur beruflichen Etablierung müssen in einer so kurzen Zeit parallel organisiert werden, dass zumindest für einen Teil der jungen Erwachsenen die Option der Familiengründung in diesem Prozess an Bedeutung verliert.«5

Kinderlosigkeit steigt | ^

Trotz weit verbreiteter Kinderwünsche junger Erwachsener6 ist in der Folge oben genannter Entwicklung die Zahl der Kinder in den Familien gesunken und die Kinderlosigkeit gestiegen. Anfang der 70er-Jahre hatten 31 % der Frauen 3 oder mehr Kinder. Dieser Anteil ist auf 15 % zurückgegangen.7 Der Anteil der kinderlosen Frauen ist im gleichen Zeitraum von 20 % auf 25 % gestiegen. Die Kinderlosigkeit steigt mit der Dauer der Ausbildung und dem erreichten Bildungsniveau. Im Jahr 2007 hatten in Baden-Württemberg 32 % der Akademikerinnen im Alter von 40 bis 45 Jahren keine Kinder. Bei den Frauen mit Haupt- und Realschulabschluss lag die Kinderlosigkeit bei 23 % bzw. 25 %.8

Vor diesem Hintergrund können Maßnahmen zur Verkürzung der Ausbildungszeiten sinnvoll sein, um in den Lebensläufen mehr Raum für Familie zu schaffen. Die bildungspolitischen Entwicklungen wie die frühere Einschulung, die um ein Jahr verkürzte Gymnasialzeit und die Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen ermöglichen jedoch nur dann eine frühere berufliche Etablierung, wenn sich keine längeren Phasen mit eher unsicheren Perspektiven wie beispielsweise die Aneinanderreihung von Praktika und befristeten Arbeitsverträgen anschließen.

Arbeitsplatzsicherheit als notwendige Voraussetzung für Familiengründung | ^

Studien auf der Basis von Befragungen unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen haben übereinstimmend deutlich gemacht, dass neben einer gefestigten Partnerschaft die Arbeitsplatzsicherheit die wichtigste Voraussetzung für die Familiengründung ist. Im »Generation and Gender Survey« (GGS, 2005, siehe i-Punkt) wird bei einer Mehrheit der Befragten noch ein traditionelles Familienmodell mit dem Mann als Ernährer sichtbar. Frauen und Männer in Paarbeziehungen ohne (weiteren) Kinderwunsch wurden dort nach den Gründen gegen (weitere) Kinder gefragt. Die wichtigsten Gründe waren: »Ich benötige einen sicheren Arbeitsplatz« und »Meine Partnerin/mein Partner benötigt einen sicheren Arbeitsplatz«. Differenziert man die Angaben nach Geschlecht, so wird deutlich, dass Männer den Anspruch eines sicheren Arbeitsplatzes vermehrt an sich selbst richten (50 % gegenüber 35 % bei den Frauen), Frauen hingegen an ihren Partner (43 % gegenüber 22 % bei den Männern).9

Auch die Studie des Deutschen Jugendinstituts im Auftrag der Bertelsmann Stiftung »Wege zur Vaterschaft« bestätigt diesen Befund. Die drei wichtigsten Voraussetzungen, um Kinder zu bekommen, sind aus Sicht der befragten jungen Männer.10

  • eine gefestigte Partnerschaft 66 %,
  • ausreichendes Einkommen,um eine Familie ernähren zu können 59 %,
  • ein sicherer Arbeitsplatz 57 %.

Somit rangiert ein ausreichendes und gesichertes Einkommen nur knapp hinter der Voraussetzung einer stabilen Partnerschaft.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt eine im Auftrag von Ernst & Young durchgeführte Befragung von 5 000 Studierenden in Deutschland (2008). Die Studentinnen und Studenten wurden befragt, wie wichtig ihnen bei der Wahl ihres zukünftigen Berufes Faktoren wie Verdienst, Karrieremöglichkeiten, ein sicherer Arbeitsplatz, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, gesellschaftliches Ansehen oder selbstständiges/eigenverantwortliches Arbeiten sind. Höchste Priorität mit 3,4 von 4 Bewertungspunkten gaben die Befragten dem Faktor »sicherer Arbeitsplatz«, gefolgt von der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.11

Diese Befunde zeigen deutlich, dass eine gesicherte finanzielle Basis eine zentrale Voraussetzung für die Familiengründung ist. Für viele Berufsanfängerinnen und Berufsanfänger ist finanzielle Sicherheit jedoch nicht im gewünschten Umfang gegeben.

Jede/Jeder vierte 25- bis 30-jährige Erwerbstätige mit befristetem Vertrag | ^

Die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten nicht nur zu einem Anstieg der geringfügig oder in Teilzeit beschäftigten Personen geführt, sondern auch zu einem erhöhten Anteil befristeter Beschäftigungsverhältnisse.12 Schaubild 2 zeigt, wie sich in den Jahren von 1990 bis 2008 der Anteil befristet Beschäftigter an allen abhängig Erwerbstätigen in der Altersspanne zwischen 25 und 35 Jahren kontinuierlich ausgeweitet hat. Diese Altersphase umfasst zugleich die für die Familiengründung entscheidende Zeitspanne im Lebenslauf.

Waren 1990 nur rund 9 % der 25- bis unter 30-jährigen Erwerbstätigen befristet beschäftigt, ist deren Anteil 10 Jahre später auf rund 14 % gestiegen. Im Jahr 2008 hatte bereits fast jeder Vierte (23 %) dieser Altersgruppe einen befristeten Arbeitsvertrag. Mit zunehmendem Alter sinkt die Anzahl der befristet Beschäftigten, bei den 30- bis unter 35-Jährigen hatte im Jahr 2008 jedoch immer noch jede/jeder 8. Erwerbstätige (12,4 %) einen befristeten Arbeitsvertrag. Auch in dieser Altersgruppe hat sich der Anteil der befristet beschäftigten Männer und Frauen seit 1990 mehr als verdoppelt.

Die Analysen des Mikrozensus 2008 zeigen auch, dass befristete Arbeitsverträge im öffentlichen Dienst im Vergleich zur Privatwirtschaft besonders weit verbreitet sind. In der Altersstufe der 25- bis unter 30-Jährigen sind über die Hälfte der Männer und mehr als ein Drittel der Frauen in befristeten Arbeitsverhältnissen. Bei den 30- bis 35-jährigen Männern sind es immer noch knapp ein Drittel und bei den Frauen ein Viertel. Grundsätzlich bietet der öffentliche Dienst zwar eine höhere Arbeitsplatzsicherheit als die Privatwirtschaft, gerade für Berufseinsteiger ist dies häufig jedoch nicht der Fall.13

Befristet Beschäftigte haben seltener Kinder | ^

Die steigende Tendenz zu befristeten Arbeitsverträgen einerseits und der Wunsch nach Arbeitsplatzsicherheit andererseits wirken sich deutlich auf den Zeitpunkt der Familiengründung bzw. den Verzicht auf Familiengründung aus. Vertiefte Analysen auf Grundlage des Mikrozensus untermauern den in den oben genannten Studien geäußerten Zusammenhang zwischen Arbeitsplatzsicherheit und den Kinderzahlen in Baden-Württemberg. Frauen und Männer in befristeter Beschäftigung haben deutlich seltener Kinder als unbefristet beschäftigte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der gleichen Altersgruppe. Bei den 25- bis unter 30-Jährigen sind bereits 20 % der Frauen mit unbefristeten Arbeitsverträgen Mütter, aber lediglich 13 % der Frauen mit befristeter Beschäftigung. In der Altergruppe der 30- bis unter 35-jährigen Frauen ist die Differenz sogar noch größer. Unbefristet beschäftigte Frauen zwischen 30 und 35 Jahren haben zu 48 % mindestens ein Kind, bei den befristet Beschäftigen sind es lediglich 37 %. Da Männer im Schnitt etwas später eine Familie gründen, ist eine Vaterschaft bei den Männern der entsprechenden Altersgruppen etwas weniger verbreitet. Der Zusammenhang zwischen befristetem bzw. unbefristetem Arbeitsvertrag und der Vaterschaft ist hier jedoch ähnlich groß. Von den 25- bis unter 30-jährigen Männern mit befristetem Arbeitsvertrag haben nur 11 % bereits mindestens ein Kind gegenüber 17 % ihrer Altersgenossen mit festem Arbeitsverhältnis. Auch bei den Männern steigt die Differenz in der Altersgruppe der 30- bis unter 35-Jährigen an. Hier sind 39 % mit unbefristetem Arbeitsplatz schon Väter, bei denjenigen in befristeter Beschäftigung sind es lediglich 30 %.14 Diese Befunde legen nahe, dass die Realisierung von Kinderwünschen vielfach so lange verschoben wird, bis die berufliche Existenz gesichert ist oder dass letztlich sogar Kinderlosigkeit die Folge ist.

Fazit | ^

Maßnahmen zur Verkürzung der Ausbildungszeiten können helfen, die »Rushhour des Lebens« zu entzerren. Dies setzt jedoch auch voraus, dass der Übergang ins Erwerbsleben mit der Perspektive der Existenzsicherung verbunden ist. Befragungen junger Männer und Frauen zeigen übereinstimmend, dass dieses neben einer gefestigten Partnerschaft eine zentrale Voraussetzung für die Realisierung von Kinderwünschen ist. Die vorgelegten Zahlen belegen, dass befristet Beschäftigte tatsächlich seltener Kinder haben als Gleichaltrige in unbefristeten Beschäftigungsverhältnissen.

Die familienpolitischen Maßnahmen wie Elternzeit, Elterngeld und der Ausbau der Kinderbetreuungsangebote etc. werden auch mit Blick auf die Realisierung von Kinderwünschen erst dann voll wirksam, wenn das Grundbedürfnis nach finanzieller Sicherheit gedeckt und die berufliche Perspektive nach der Geburt eines Kindes abgesichert ist.

Arbeitsplatzsicherheit ist ein zentrales Kriterium Studierender bei der Wahl des Arbeitgebers, wie die bereits oben zitierte Studie von Ernst & Young eindrucksvoll vor Augen führt. Vor dem Hintergrund eines künftig – auch aus demografischen Gründen – zunehmenden Fachkräftemangels15 ist es nicht nur familienpolitisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll, einige Flexibilisierungsinstrumente der Personalpolitik neu zu überdenken.

1 Parallel ist das Heiratsalter von durchschnittlich 23,3 Jahren (1980) auf 29,7 Jahre (2007) angestiegen. Für ledige Frauen wird in der Statistik die Geburtenfolge nicht erhoben, darum lässt sich für diese keine Aussage zum Alter bei der Erstgeburt machen. Das Durchschnittsalter bei allen Geburten ist jedoch auch bei unverheirateten Frauen in vergleichbarem Umfang angestiegen, von 23,5 auf 29 Jahre.

2 Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Indikatoren zum Thema »Bildung, Kultur«: Studienanfänger nach Fächergruppen.

3 Wolf, Rainer: »Baden-Württemberger verbringen im Durchschnitt mehr als 17 Jahre in Bildungseinrichtungen«, in: »Statistisches Monatsheft Baden-Württemberg 04/2007«

4 Vgl. Siebter Familienbericht der Bundesregierung, Berlin, 2006 S. 265.

5 Bertram, Hans: Nachhaltige Familienpolitik, »Care« und kindliche Entwicklung. Impulspapier zur Initiative Lokale Bündnisse für Familie, August 2005, S. 3.

6 Die DJI Studie »Wege in die Vaterschaft« ermittelte im Jahr 2008 bei jungen Männern Quoten von über 90 %, vgl. Rauschenbach, Thomas/Zerle, Claudia/Krok, Isabel: Wege in die Vaterschaft – Präsentation, S. 6,(Zitierweise: Wege in die Vaterschaft).

7 Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Familie in Zahlen, Frauen nach Anzahl der Kinder in Baden-Württemberg 1972 und 2007.

8 Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Familie in Zahlen, Kinderlosigkeit bei Frauen in Baden-Württemberg 1982 und 2007.

9 Generation and Gender Survey (GGS), Frauen unter 50 bzw. Männer mit Partnerin unter 50 Jahren, ohne (weiteren) Kinderwunsch, 2005. Eigene Analysen.

10 Fragetext: »Wie wichtig sind für Sie persönlich folgende Voraussetzungen bei der Überlegung, Kinder zu bekommen?« Der Prozentwert gibt die Anzahl der vollständigen Zustimmungen (Wert 1) auf einer 6-stufigen Skala wieder. Quelle: Wege in die Vaterschaft, S. 9.

11 Ernst & Young AG: Studenten in Deutschland. Was sie bewegt. Wohin sie wollen. 2008.

12 Ehrhardt, Christine: »Familien und atypische Beschäftigungsverhältnisse in Baden-Württemberg«, in: »Statistisches Monatsheft Baden-Württemberg 11/2007«

13 Im öffentlichen Dienst ist – nach dem IAB Betriebspanel für das 1. Halbjahr 2006 – bei Neueinstellungen die Befristung die Regel. 67 % der Neueinstellungen erfolgen im öffentlichen Dienst befristet. Nur im Bereich der sozialen Dienstleistungen sind befristete Neueinstellungen mit 64 % ähnlich häufig. Im Produzierenden Gewerbe liegt der Anteil bei 40 %. Im Dienstleistungssektor (ohne soziale Dienstleistungen) zwischen 38 % und 35 %. Die Übernahmequoten aus befristeter Beschäftigung sind im öffentlichen Dienst mit 24 % ebenfalls sehr gering. Im Produzierenden Gewerbe kann ein befristet Beschäftigter zum Beispiel zu 59 % mit einer Übernahme rechnen. Vgl. IAB-Forum 1/2008.

14 Eigene Analysen auf Basis des Mikrozensus 2008 für Baden-Württemberg. Die Prozentwerte der befristet beschäftigten Männer und Frauen im Alter von 25 bis 30 Jahren sind aufgrund geringer Fallzahlen etwas unsicher. Darum wurden auch die bundesweiten Werte errechnet. Diese weichen nur geringfügig ab.

15 Brachat-Schwarz, Werner/Dominé, Attina: »Voraussichtliche Entwicklung der Erwerbspersonenzahl bis 2025«, in: »Statistisches Monatsheft Baden-Württemberg 11/2007«. Detaillierte Prognosedaten zum Fachkräftemangel bis 2020 in unterschiedlichen Branchen in Baden-Württemberg bietet die IHK Region Stuttgart.

infopunkt

Der Generations and Gender Survey (GGS) dient international vergleichend der Untersuchung von Generationenbeziehungen und Geschlechterrollen und wurde in Deutschland erstmals im Jahr 2005 durchgeführt. Zwei weitere Wellen im 3-Jahres-Rhythmus sind geplant. Die zweite Erhebungsphase wurde im September 2008 gestartet. Ergebnisse liegen derzeit noch nicht vor.

Die Deutsche Stichprobe der 2005er Welle des GGS umfasst 10 017 Interviews mit Personen im Alter von 18 bis 79 Jahren. Ein Schwerpunkt der Stichprobe lag auf der Alterstufe der 20- bis 49-Jährigen. Der GGS ist Teil des »Generations and Gender Programme« (GGP), das von der UNECE, der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen, koordiniert wird.1

Die Robert-Bosch-Stiftung hat 2006 auf Basis des GGS einen Bericht zu den Kinderwünschen in Deutschland, den Erwartungen an und den Konsequenzen für die Familienpolitik veröffentlicht: »Kinderwünsche in Deutschland. Konsequenzen für eine nachhaltige Familienpolitik«.2

Der Mikrozensus ist die größte amtliche Haushaltsbefragung in Deutschland, die bereits seit 1957 jedes Jahr bei 1 % der Haushalte im gesamten Bundesgebiet durchgeführt wird. In den Mikrozensus integriert ist die EU-Arbeitskräfteerhebung, die in allen EU-Staaten durchgeführt wird. Die Ergebnisse des Mikrozensus sind – soweit es sich gleichzeitig um Merkmale der EU-Arbeitskräfteerhebung handelt – international vergleichbar. Aufgrund der großen Stichprobe lässt der Mikrozensus auch repräsentative Aussagen zu kleineren Subpopulationen wie den befristet abhängig Erwerbstätigen in Baden-Württemberg zu.


© Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart, 2009 | ^