2009-8

Im Blickpunkt: Die Gemeinde Herbrechtingen im Landkreis Heidenheim

Cornelia Schwarck

PDF-Version des kompletten Aufsatzes mit Tabellen, Grafiken und Schaubildern (1293,6 KB)

Für unsere Serie »Im Blickpunkt« schauen wir in diesem Beitrag in den Osten Baden-Württembergs zur Stadt Herbrechtingen, deren Bevölkerung leicht zurückgeht, die aber eine positive Entwicklung der Beschäftigten vorweisen kann. Diese und weitere Daten sind im Landesinformationssystem Baden-Württemberg (LIS) in der Regionaldatenbank auch unter www.statistik-bw.de verfügbar. Damit lassen sich für jede Gemeinde Baden-Württembergs interessante Erkenntnisse zur Struktur und Entwicklung gewinnen.

Der heutige Verwaltungsraum Herbrechtingen entstand in den frühen 70er-Jahren im Zuge der Gemeindereformen in Baden-Württemberg. Seit 1974 hat die Gemeinde das Stadtrecht. Idyllisch gelegen, direkt am Naturschutzgebiet Eselsburger Tal mit den sagenumwobenen Steinernen Jungfrauen, gehört das Gebiet um Herbrechtingen zu den seltenen Regionen, deren Besiedlung sich nahezu durchgehend bis in die Altsteinzeit zurückverfolgen lässt. Der Großteil des 5 863 ha umfassenden Gemeindegebietes wird landwirtschaftlich genutzt (45 %), etwa 40 % sind bewaldet und 14 % entfallen auf die Siedlungs- und Verkehrsflächen.

Die Stadt Herbrechtingen ist mit rund 13 100 Einwohnern die drittgrößte Gemeinde des Landkreises Heidenheim (Region Ostwürttemberg). Neben den Gemeinden Nattheim und Gerstetten gehört Herbrechtingen zu den Gemeinden im Landkreis, deren Bevölkerung bis 2002 zugenommen hat. Die Zunahme beruhte auf den Wanderungen, denn auch zwischen 1997 und 2007 gewann Herbrechtingen mehr Einwohner durch Zuzüge hinzu als fortzogen – im Saldo 7 Personen je 1 000 Einwohner. Allerdings starben bereits mehr Menschen als geboren wurden. In den letzten Jahren konnte der Wanderungssaldo das Geburtendefizit nicht mehr ausgleichen. So ging die Bevölkerung insgesamt, nachdem sie um die Jahrtausendwende einen Höchstwert erreichte, leicht zurück. Nach den derzeitigen Vorausrechnungen des Statistischen Landesamtes wird die Einwohnerzahl in Herbrechtingen weiter abnehmen und bis zum Jahr 2025 voraussichtlich den Stand von rund 12 800 Einwohnern haben. Die Herbrechtinger sind im Schnitt 42,9 Jahre alt und gehören damit zum älteren Drittel des Landkreises.

Günstig entwickelte sich in den vergangenen Jahren die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten der Stadt. Zwischen 1998 und 2008 gab es eine Zunahme von 15 % – und damit den höchsten Zuwachs aller Gemeinden des Landkreises. Von den 4 521 Beschäftigten sind mit 57 % vergleichsweise viele im Produzierenden Gewerbe tätig. Knapp 29 % der Arbeitsplätze entfallen auf den Wirtschaftsbereich Handel, Gastgewerbe und Verkehr. Dabei verlassen mehr Arbeitnehmer den Ort als zur Arbeit einpendeln – auf 100 Auspendler kommen 87 Einpendler.

Auch der kommunale Haushalt stellt sich im Vergleich zu den anderen Gemeinden des Kreises günstig dar – lediglich die Gemeinde Niederstotzingen hat einen niedrigeren Schuldenstand. Hinsichtlich der Steuerkraftsumme steht die Stadt Herbrechtingen unter den 11 Gemeinden des Kreises mit 1 055 Euro je Einwohner an 2. Stelle.

Mit knapp 64 % sind die meisten der rund 3 500 Wohngebäude in Herbrechtingen Einfamilienhäuser. Im Vergleich zu den anderen Gemeinden des Kreises ist dieser Anteil eher gering. Zwischen 1998 und 2008 stieg die Anzahl der Wohnungen um 8 % und erreichte einen Bestand von gut 6 000 Wohnungen.


© Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart, 2009 | ^